Stägehusgschichte

 

Stägehusgschichte

Ein Theatersück in 5 Bildern von Ueli Bum


Uraufführung

1991 - Theater Ensemble Luzern anlässlich der 900 Jahr Feier der Schweizer Eidgenossenschaft in der BOA Luzern; nachgespielt in Bern 1992, und vom Theater 88 in Ramsen 1994 in einer Inszenierung von Jürg Schneckenburger


Rechte:

Aufführungsrechte bei Hartmann und Stauffacher Verlag in Köln


Mindestbesetzung: 3 Damen, 3 Herren


Inhalt:

Sie stehen im Mittelpunkt, die grauen Normbriefkästen mit den kleinen Namensschilder drauf. Hier trifft man sich, ob man will oder nicht. Die Geschichte spielt im Treppenhaus eines Mehrfamilienhauses, dem Niemandsland zwischen öffentlichem und privatem Raum. Es ist ein Raum der Begegnung, wo Menschen mit unterschiedlichen Lebensauffassungen, verschiedenen Lebensstilen und politischen Ansichten aufeinandertreffen.

Das Haus soll nächstens renoviert werden, man befürchtet eine Erhöhung der Mietpreise. Während der grüne Amstutz das etwas schmuddelig gewordene Althaus sanft renovieren möchte, hat die stramme Geschäftsfrau Bollinger aus der Attikawohnung andere Ideen.

Das Sagen jedoch hat Herr Burger, und der will als Hausbesitzer der konservativ-gemütlichen Sorte von all dem nichts wissen. Erst als Burger nachts im Treppenhaus plötzlich an einem Herzanfall stirbt, stehen wieder alle Möglichkeiten offen, und der Kampf um die mögliche Zukunft des Hauses eskaliert an der gemeinsamen 1.August Feier. 

Und weil sich die Hausmeisterin arrangiert, der Grüne profitiert, die Alleinerziehnde kapituliert und sowieso Misstrauen statt Solidarität herrscht, steht Jazzmusiker Merki am Schluss alleine da.


Pressestimmen:

„Stägehusgschichte“ behandlet das Thema augenzwinkernd und gesellschaftskritisch. Akteure und Situationen haben Wiedererkennungswert, was die Premierenbesucher im vollbesetzten Boa-Theatersaal zu goutieren wussten. Was „Stägehusgschichte“ interessant macht, ist das ständige Aufeinanderprallen verschiedener Lebenseinstellungen, so beispielsweise, wenn die ordnungsliebende Hauswartin dem Neuzuzüger und brotlosen Pianisten Merki gleich zu Anfang klar macht, was man hier zu tun und zu lassen habe.

Die Dialoge wirken echt, und der Zuschauer muss immer wieder zugestehen, dass es ist, wie es tatsächlich ist, was da vorne auf der Bühne gespielt wird. Oder wei es war unter Mietern im Treppenhaus, als noch nicht jene Lifte eingebaut waren, die heute Begegnungen zwischen Stockwerknachbarn reduzieren. Am Ende ist dann auch aus diesem etwas nostalgisch konzipierten Treppenhaus ein Liftschachtgürtel geworden - äusseres Zeichen der Anonymisierung und der bröckelnden Solidarität. (Neue Luzerner Zeitung)